W A H R S I N N
Programm
Mit dem Eröffnungswochenende vom 19.–21.06.2026 eröffnet in Dresden-Plauen das WAHRSINN – Studio für performatives Wissen: ein neuer Ort für künstlerisches Experimentieren, gemeinsames Forschen und sinnliche Erfahrung.
WAHRSINN lädt dazu ein, Wissen anders zu erleben – nicht nur durch Sprache oder Theorie, sondern durch Bewegung, Wahrnehmung, Material und Handlung. Das Studio versteht sich als offener Experimentierraum, in dem Kunst, Performance und Forschung miteinander verschmelzen und neue Formen des Austauschs entstehen können.
Das Eröffnungswochenende bietet vielfältige Möglichkeiten, den neuen Ort kennenzulernen: durch Performances, installative Arbeiten, Workshops und offene Formate zum Mitmachen und Ausprobieren. Besucher:innen sind eingeladen, nicht nur zuzuschauen, sondern selbst aktiv zu werden und Teil des Geschehens zu sein.
Am Sonntag ab 10 Uhr laden wir herzlich zum Nachbarschaftsbrunch vor dem Studio ein. Ein Jeder und Jede bringe einen Stuhl oder Tisch und Kleinigkeiten zum Essen mit.

Layers Of Identity
FR 19 Uhr
danach DJ Elektric Evelyn
Layers of Identity ist eine intermediale Performance zwischen Tanz, Sound und Live-Daten. Bewegungen der Performerin werden mithilfe von Biofeedback-Sensorik in Echtzeit in Klang und visuelle Strukturen übersetzt. In einem dynamischen Zusammenspiel beeinflussen sich Körper, Daten und Sound gegenseitig und eröffnen einen atmosphärischen Raum zwischen Kontrolle, Widerstand und Unbestimmtheit.
Zur Studioeröffnung wird die Performance in einem neuen räumlichen Kontext gezeigt und greift zentrale Themen des WAHRSINN – Studio für performatives Wissen auf: Körper, Wahrnehmung sowie Fragen von Selbst- und Fremdzuschreibung im digitalen Zeitalter. Weitere Informationen unter Layers of Identity

Skaterworkshop
SA 10–14 Uhr / SO 12–15 Uhr
Skaterworkshop unter der Leitung von Ralph Lehmann am Samstag und Sonntag angeboten, der sich insbesondere an Kinder richtet und einen niedrigschwelligen Zugang zur urbanen Bewegungskultur eröffnet. Unter dem Ansatz „von Kindern für Kinder“ vermittelt der Workshop Einblicke in die Geschichte des Skateboardings und verbindet diese mit praktischen Erprobungsphasen: In mehreren Einheiten von jeweils ca. 40 Minuten haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, selbstgebaute Rampen zu nutzen und eigene Bewegungserfahrungen zu sammeln.

YOGA
SA 16 Uhr
Die Hatha-Yogastunde mit Cornelia Kopperschmidt verbindet performatives Wissen mit Körperpraxis. Wahrnehmung, Atem und Bewegung werden als situierte, intuitive Erkenntnisformen erfahrbar und ist auch für Anfänger*innen geeignet.
Teilnehmerzahl begrenzt, bitte Anmelden

Ausstellung
SA 20 Uhr
Die Ausstellung vereint Arbeiten von Johanna Schründer und Katharina Groß und eröffnet einen Blick auf lebendige Materialien als aktive Mitgestalter künstlerischer Prozesse. Johanna Schründer zeigt Werke an der Schnittstelle von Kostümdesign, Kunst und experimenteller Materialforschung. Die von ihr entwickelten und teilweise selbst kultivierten Materialien hinterfragen herkömmliche Produktionsweisen und laden dazu ein, unsere Beziehung zu Stoffen, Ressourcen und Gestaltung neu zu denken.
Katharina Groß präsentiert farb- und materialbasierte Arbeiten sowie Plastiken aus kultiviertem Pilzmyzel. Ausgangspunkt sind pflanzliche Extrakte und natürliche Veränderungs-prozesse wie Wachstum, Oxidation und Pflege. Farbe erscheint dabei als lebendiger Prozess, während das Myzel die Grenze zwischen Skulptur und Organismus verschwimmen lässt. Gemeinsam schaffen die Arbeiten einen Ausstellungsraum, in dem Kunst, Natur und Materialität auf neue Weise erfahrbar werden.

Sterile Gesten
SO 15 Uhr
Die Lecture Performance verbindet Vortrag, Handlung und mikrobiologische Praxis zu einem gemeinsamen Erfahrungsraum. Ausgangspunkt ist die Kultivierung von Austernseitlings-Myzel – vom Beimpfen des Substrats bis zur Inkubation. Dabei werden sterile Routinen, präzise Arbeitsabläufe und wiederholte Gesten nicht nur erklärt, sondern performativ erfahrbar gemacht. Wissen entsteht im Tun: durch Bewegung, Aufmerksamkeit und den direkten Umgang mit lebendigem Material.
Zwischen Labor, Performance und Installation eröffnet das Format neue Perspektiven auf biologische Prozesse und ihre gesellschaftliche Bedeutung. Die Performance macht sichtbar, wie eng Fragen von Kontrolle, Unsicherheit, Zeit und Verantwortung mit dem Arbeiten an und mit lebenden Organismen verbunden sind – und lädt das Publikum dazu ein, mikrobiologische Praktiken als ästhetische, soziale und politische Erfahrung zu erleben.

BIOART-Workshop
SO 15:30 Uhr
Der Workshop versteht sich als offenes Experimentierfeld, in dem Besucher:innen biologische Materialien und Prozesse praktisch erkunden können. An verschiedenen Stationen wird mit Agar als Nähr- und Trägermaterial gearbeitet, es werden natürliche Pflanzenfarben hergestellt und die Gestaltung mit lebendigem Pilzmyzel erprobt. Im gemeinsamen Experimentieren entstehen Einblicke in Wachstum, Veränderung und materialbasierte Gestaltungsprozesse. Im Mittelpunkt stehen Neugier, kreatives Ausprobieren und die Erfahrung, dass Materialien nicht nur verarbeitet werden, sondern aktiv reagieren, wachsen und sich transformieren. Weitere Informationen zum BioArtLab finden sich unter BioArtLab
Teilnehmerzahl begrenzt, bitte Anmelden

